© Robert P.

Altes Postfuhramt mit neuem Leben

Seit der Wende steht der imposante Backsteinbau an der Tucholskystraße, Ecke Oranienburger Straße leer.

Geplant war eigentlich von der Deutschen Post dort ihre Hauptstadtrepräsentanz zu errichten. Doch 2005 wurde das Haus von der Post verkauft. Seitdem gab es jede Menge Hotelprojekte für das alte Postfuhramt, die jedoch regelmäßig scheiterten. Des einen Leid war des anderen Glück und so konnte die C/O-Galerie das Gebäude über viele Jahre nutzen und Berlin mit wunderbaren Ausstellungen bereichern. Doch 2010 kaufte die israelische Elad-Gruppe das Postfuhramt. Nach ihren Plänen, die bereits ab Herbst 2011 umgesetzt werden sollen, wird das Haus komplett restauriert und um zwei Neubauten im großen Hof des Geländes erweitert. Ein Neubau soll als Hotel genutzt werden, der zweite Neubau direkt an der Auguststraße ist als Wohnhaus konzipiert.

Die C/O-Galerie, die schon händeringend nach einer neuen Bleibe suchte, ist in den aktuellen Plänen als Mieter integriert worden. Der neue Standort wird etwas mehr in die Tucholskystraße rücken und auch während der Restaurierung braucht die Galerie ihren Betrieb nicht einstellen. Bis 2012 zumindest laufen nun die neuen Verträge.

Das große Prachthotel mit der imposanten Fassade wird das Postfuhramt nun aber doch nicht werden. Vielmehr sind 110 Miet- und Eigentumswohnungen für das Ensemble geplant. Dafür wird auch das Dach leicht angehoben, Innen wird den vorgegebenen Grundrissen gefolgt. Der Eingangsbereich des Postfuhramtes soll für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Der ehemalige Kuppelraum soll wieder dem Original nachempfunden und geöffnet werden. Er dient als Verbindung zwischen Straße, Gebäude und Hof. Hier sollen auch Restaurants und kleine Gewerbe entstehen.

Die Anwohner stehen dem Ganzen eher kritisch gegenüber. Sie befürchten, die massive Hofbebauung gehe auf Kosten des Charmes der Gegend, die sich jedoch seit Jahren sowieso als Dauerbaustelle darstellt. Der kleine Spielplatz an der Auguststraße wird dann allerdings von Häuserwänden umstellt sein und nur noch wie eine Alibistätte wirken, dass hier irgendwo Kinder wohnen könnten. Aber mal ehrlich, wer sich die Miet- und Eigentumswohnungen im Alten Postfuhramt wird leisten können, der schickt seine Kinder doch nicht auf die Straße spielen.

C/O Berlin, Oranienburger, Ecke Tucholskystraße, 10117 Berlin

Autor: fp
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