© Robert P.

Nähcafé „kinkibox“

Das könnte mein neues Abendkleid sein. Sie stehen vor dem Spiegel aber zwei drei kleine Sachen stören noch. Der Saum könnte etwas kürzer und schmaler sein, in der Hüfte sitzt es nicht richtig, der Busen wirkt ein wenig eingeklemmt und kneift ein wenig.

Schade, eigentlich waren Farbe und Schnitt genau das was sie gesucht haben. Zurück auf die Ladentheke und ein langes Geschickt beim Verlassen des Ladens mit dem Gedanken im Kopf, so dicht komme ich bestimmt nicht so schnell wieder an mein Traumkleid heran.

Genau hier setzen die beiden Diplom-Modedesignerinnen und ehemalige Dozentinnen an der Modeschule Esmod, Yvonne Reidelbach und Rabea Rauer, mit ihrer Geschäftsidee an. In ihrem Profi-Nähcafé „kinkibox“ zeigen sie per Kurs oder im Einzelunterricht jeder Frau, und auf Wunsch auch jedem Mann, wie sie Ihre Kleider korrigieren können oder gleich ganz von vorne mit ihrem Traumkleid beginnen. Dabei geben sie ihr erlerntes Wissen in vereinfachter Form und unter Berücksichtigung der Wünsche und Ideen der Kunden an diese weiter. In der gewollt gemütlichen Atmosphäre des Cafés soll der Nähanfänger bereits nach fünf Stunden ein selbstentworfenes Teil mit nach Hause nehmen können. Ein Konzept, das bei den Frauen im Kiez ankommt. Und so kommen Sie mit Zeichnungen oder Zeitschriftenausschnitten oder bringen ein altes Kleid ihrer Mutter oder Tante, dessen Stoff nicht up to date ist, um es vor Ort nachzuschneidern. Wer nicht so konkrete Wünsche hat, kann sich auch von Modellen und Schnitten im Laden inspirieren lassen. Gleiches gilt bei der Stoffauswahl. Baumwollstoffe, Jersey oder Polyestergemisch, Blümchen oder unifarbene Stoffe, die Auswahl ist groß. Wer schönen Stoff woanders gesehen hat, bringt ihn halt mit. Vielleicht sollte man zuvor jedoch die in Frage kommenden Qualitäten des Materials erörtern um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein.

Yvonne Reidelbach und Rabea Rauer verkaufen im Nähcafé „kinkibox“ natürlich auch ihre eigenen Stücke und fertigen Kleider nach Kundenwünschen oder im Auftrag für andere Agenturen oder arbeiten für Theater und Bühnen. Abgerundet wird das Sortiment mit Strumpfhosen, Leggings und Strümpfe von Falke, Bikinis von 1979 und Ketten von Rita in Palma. Die Nähmaschinen vor Ort können stundenweise genutzt werden: Geboten werden Industriemaschinen (gerade und Zickzackstich), Industrie-Overlock, Haushalts-Nähmaschinen, Haushalts-Overlock, Haushalts-Coverlock und Ledermaschinen und eine Bügelpresse. Alle weiteren Informationen findet ihr auf der Website.

Ein Nähcafé bietet gemeinhin auch Kaffee und Kekse und ist ein guter Ort ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern oder bei Tee, Muffins und Lemon aid auf dem Sofa die Seele baumeln lassen. Alle Getränke und leckere Kleinigkeiten gibt es natürlich auch zum Mitnehmen.

Nähcafé kinkibox, Seumestrasse 21, 10245 Berlin, Tel: 030 74782802

Autor: fp
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