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Toys go green

Nachhaltigkeit bestimmt wie kaum ein anderes Thema unseren Alltag. Lebensmittel, Energie, Investments, Bekleidung, Reisen - fast jeder Lebensbereich wird auf Nachhaltigkeit hinterfragt und teilweise auch immer mehr ausgerichtet. Beim letzten Dioxinskandal wussten die Eltern nun, dass es richtig war, Eier und Fleisch im Biosupermarkt zu kaufen.

Auch in der Spielwarenbranche hält das Thema Einzug. Zahlreiche Rückrufaktionen, darunter etwa Spielzeuge mit bleihaltigen Farben oder die aktuelle Diskussion über PAK Werte in Spielwaren haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Verbraucher bei der Auswahl von Spielzeug genauer hinschauen. In den letzten Jahren wurden erste Ansätze sichtbar und interessante Produkte mit dem Ziel entwickelt, Spielsachen für Kinder nachhaltiger, natürlicher und grüner zu machen. So wurde Toys go green - das Leitthema der Spielwarenmesse vom 3. - 8. Februar 2011 in Nürnberg. Präsentiert wurde erstmals ein umfassender Überblick über umweltbewusstes Spielzeug. Der neue Eingang Mitte verwandelte sich in eine grüne Ausstellfläche. Umweltfreundliche Materialien und Verpackungen standen ebenso im Fokus wie nachhaltige Beschaffung, umweltbewusstes Logistikmanagement und das spielerisches Erlernen von "grünem Verhalten".

Das Nachhaltigkeit bei Spielwaren ein Thema wird, beweist auch die empirische Studie zum Kaufverhalten bei nachhaltigen Spielwaren, die im Auftrag der Spielwarenmesse eG führte der GfK-Lehrstuhl für Marketing Intelligence der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. Nicole Koschate durchgeführt wurde. Im November 2010 wurden dazu deutschlandweit 450 Konsumenten persönlich in drei Großstädten und unterschiedlichen kleineren Ortschaften befragt. Darüber hinaus wurden 150 Händler, die Spielwaren in ihrem Sortiment führen, telefonisch interviewt. Fakt ist, Nachhaltigkeit ist für Konsumenten bei Spielwaren ein wichtiges Kaufkriterium. Nur bei Lebensmitteln wird noch stärker auf grüne Aspekte geachtet. Doch noch gibt es gar kein ganzheitliches Verständnis für dieses Thema. Ganz unterschiedlich sind die Ansprüche der Verbraucher, was ein was Spielzeug nachhaltig macht. So verbinden 54 % der Käufer natürliche und nachwachsende Rohstoffe sowie ökologische Herstellungsprozesse mit Nachhaltigkeit. 44 % schreiben den Produkten Langlebigkeit zu und 21 % heben den pädagogischen Spielwert hervor. Für die meisten Konsumenten sind besonders das verwendete Material, die umweltbewusste Herstellung und eine recyclingfähige Verpackung Aspekte eines nachhaltigen Produkts. Das Herstellungsland ist sowohl für Konsumenten als auch für Händler nicht so relevant. Warum soll nicht auch ein Hersteller in Fernost nachhaltig produzieren können. Und da haben wir es wieder, das Produkt Nummer 1. Für 89 % der Interviewteilnehmer ist Holz das am stärksten mit Nachhaltigkeit verbundene Material, mit großem Abstand gefolgt von Stoff/Baumwolle (22 %). Immerhin 13 % verbinden Spielwaren aus Papier/Pappe und aus recyclebaren Kunststoffen mit Nachhaltigkeit.

Also ein Thema in der Findungsphase. Wie soll der Verbraucher auch feststellen, ob umweltschonende Herstellung und Entsorgung des Produktes, beispielsweise durch den Einsatz energieeffizienter, Wasser sparender Technologien, dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe, sozial gerechter Arbeitsbedingungen oder aufgrund der Recyclingfähigkeit, eine wichtige Rolle spielen. Er muss sich auf seinen Anbieter vor Ort verlassen oder seinen Verstand einsetzen und selbst eine Rechnung aufmachen, denn derzeit gibt es kein Label für ökologisches Spielzeug.

Vielleicht wird so ein Label nun in Angriff genommen. Das wäre doch ein schönes Ergebnis für das Engagement der Messe Nürnberg. Die Besucher nahmen es eher gelassen, mit dem Thema konfrontiert zu werden. Für viele ist "toys go green" noch kein wirkliches Thema. So wundert es nicht, wer den ersten "Green Toys Award" der Spielwarenmesse erhielt. Den Sonderpreis erhielt Playmobil für eine Raumbasis aus 100 Prozent Plastik. Entscheidend für die Wahl war hier die Spielidee: Die Kinder müssen mit Solar & Co. selbst ein Ökosystem mit Sauerstoff, Nahrung und Energieversorgung aufbauen.

Die Webseite: www.toysgogreen.de

Autor: fp
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