Blick in die Berliner Zentrale
© Robert P.

Wostok – eine Berliner Limonade erobert die Szenecafes

Wie schmeckt eigentlich Tannenwald? Die Baikal Getränke GmbH unter Federführung von Geschäftsführer Joris van Velzen in Berlin Kreuzberg hat eine Limonade heraus gebracht, die genau mit dieser Geschmacksrichtung punktet.

Eine Limonade, die einst in der Sowjetunion entwickelt wurde, im Auftrag des Außenhandelsministeriums der UdSSR. Das Institut für Lebensmitteltechnik und Brauwesen wurde beauftragt, ein Erfrischungsgetränk zu entwickeln, das mit seiner Beliebtheit bei der russischen Jugend in einer Reihe mit Coca Cola und Pepsi Cola stehen sollte. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 1980 in Moskau sollte es ein modernes Getränk geben, das sich als eine wahre Alternative zu den westlichen Modegetränken darstellen konnte. Die Rezeptur wurde dicht an der von Coca Cola angelehnt. Im Ansatz war Baikal, so der Name der Brause in der Sowjetunion, auch eine karamellige Brause mit Kräuterextrakten. Statt der Coca Pflanze wurde bei Baikal jedoch auf die Taigawurzel gesetzt, dazu kamen Fischtennadelöl und Johanniskraut. Das daraus entstandene Getränk wirkte tonisierend, aufmunternd und zugleich beruhigend, sprich antidepressiv. Nach dem Zerfall der UdSSR kam auch in Russland die Schwemme westlicher Nahrungsmittel und Baikal traf das gleiche Schicksal wie Quick oder Vita Cola aus dem Osten Deutschlands, es verschwand in der Bedeutungslosigkeit.

Der Niederländer Joris van Velzen lebte von 1989 bis 2007 in Moskau und hatte während dieser Zeit ein Faible für das Baikalgetränk entwickelt. Es wurde für ihn jedoch immer schwerer, an die Baikal Flaschen heran zu kommen. Als er dann wusste, dass er zurück in den Westen, konkret nach Berlin gehen würde, machte er sich auf die Suche, das Rezept dieser einzigartigen Limonade ausfindig zu machen. Er fand die Erfinder des Erfischungsgetränks Professor Lev Oranesjants, den Direktor und ehemaligen Getränkebrauer vom Staatsinstitut in Moskau. Dieser war begeistert von der Idee, seiner Erfindung im Westen eine zweite Chance zu geben und stellte Joris van Velzen die Rezeptur des Getränks zur Verfügung.

Angekommen in Berlin waren viele Fragen zu klären. Was Bedarf es überhaupt ein Getränk herzustellen. Logistisch, lebensmitteltechnisch, gesetzlich, markenrechtstechnisch. Hilfreich war hier das angeeignete Wissen in Marketing und als Fotograf in der Werbebranche. Zwanzig Jahre hatte Joris van Velzen anderen geholfen ihre Produkte erfolgreich am Markt zu etablieren, nun wollte er es sich mit der Markteinführung des Erfrischungsgetränks aus Russland gern selbst beweisen. Das Getränk erhielt einen neuen Namen, Wostok. Das Design mit der jungen Frau vor einem Tannenwald steht für die klaren und einfachen Dinge, die in unserer schnelllebigen Zeit all zu oft auf der Strecke bleiben. Und der unverwechselbare würzig-coole Geschmack, der sich mit dem ersten Schluck aus der Flasche einstellt, bestätigt einen in der Entscheidung, sich bewusst für etwas neues entschieden zu haben. Der Erfolg stellt sich zügig ein. In Deutschland, gerade in den Cafes der großen Städte, die immer auf der Suche nach einem neuen Hype sind, scheint Wostok in den Kühlschränken mit den großen Glastüren seinen festen Platz gefunden zu haben. Auch in Österreich und in Polen hat sich bereits eine Fangemeinde für die würzige Limonade herauskristallisiert.

Sein tägliches Auskommen verdient sich Joris van Velzen jedoch immer noch mit der Werbefotografie. Der Erfolg von Wostok bedeutete weitere Investitionen in den Vertrieb. Gern würde Joris van Velzen auch mehr Geld ins Marketing stecken, doch dies muss erst noch verdient werden. So werden seine Mitarbeiter weiter nach der Arbeit beim Cafebesuch die Flyer von Wostok aus der Tasche zaubern und fragen, ob sie dem Besitzer mal einen Probekasten vorbeischicken dürfen.

Infos zum Getränk und Vertrieb gibt es unter tannenwald.de

Autor: fp
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